Unsere internationale Klasse

Gemeinschaftshauptschule – Die Sprache ist der Schlüssel
Von Mira Oerter

Thailand, Ägypten, Polen, Moldawien, Türkei und Sri Lanka – aus den unterschiedlichsten Ländern stammen die Schüler der internationalen Klasse, die die Gemeinschaftshauptschule im Schulzentrum Neuenhof eingerichtet hat. 16 Schüler zwischen elf und 17 Jahren, die erst seit höchstens einem Jahr in Deutschland leben, nutzen derzeit das Angebot.
IFK1Erlernen die deutsche Sprache und schließen Freundschaften: Schüler der internationalen Klasse.
Foto: Paul Kieras
Wie Regelklassen haben die Schüler einen festen Stundenplan. Auf dem Programm steht hauptsächlich die deutsche Sprache, besondere Lehrkräfte mit dem Schwerpunkt “Deutsch als Fremdsprache” sorgen für eine intensive Förderung.”Die Schüler lernen jedoch nicht klassisch Vokabeln. Sie kombinieren intuitiv”, erklärt die Deutschlehrerin und Theaterpädagogin Irina Maué. Das heißt, sie erweitern ihren Wortschatz mit Hilfe der Bilder im Deutschbuch. Mit den wachsenden Sprachkenntnissen wächst dann auch der Fächerkanon und Mathe, Erdkunde, Sport und Kunst werden unterrichtet.”Besonders wichtig ist die individuelle Förderung eines jeden Schülers”, sagt Schulleiterin Anna Maria Steinheuser.

Ab wann ein Schüler in den Regelunterricht eingegliedert werden kann, entscheidet das Lehrerteam. Eine Schülerin aus Moldawien etwa, die besonders stark in Mathe war, konnte auf dem Gymnasium hospitieren. Um die besten Voraussetzungen zu schaffen, wurde für sie eine Schule mit der Zweitsprache Russisch ausgewählt. Die Zuwanderungsgeschichten der Schüler bringen auch Probleme mit sich. “Oft sind sie von traumatischen Erlebnissen gezeichnet.In schlimmen Fällen versuchen wir, an einen Psychologen zu vermitteln”, berichtet Klassenlehrerin Annette Hutmacher. “Älteren Schülern läuft die Zeit davon. Sie müssen die deutsche Sprache möglichst schnell erlernen, um in die Berufswelt einsteigen zu können.” Zudem gebe es Kinder, die nicht versichert seien.Für die Eingliederung in die Gesellschaft vermitteln die Lehrer lebenspraktische Hilfen. Die Schüler lernen das Bus fahren oder gehen in die Bibliothek. Eine Klassenfahrt zum Malteserhof in Königswinter ist geplant. Um Freundschaften außerhalb der Klasse schließen zu können, werden die Kinder bewusst in die AG-Angebote am Nachmittag integriert, bei denen die Sprache einmal nicht im Vordergrund steht.Bürgermeister Franz Huhn lobte die Schüler für ihren Fleiß. “Es ist gut, dass ihr hier seid. Das macht das Leben bunter. Die Sprache ist euer Schlüssel für alles.” Schulleiterin Steinheuser ist stolz darauf, im neuen Schuljahr eine zweite internationale Klasse für Kinder aus Kriegs- und Krisengebieten sowie Familienzusammenführungen planen zu können.

Artikel vom 24.06.2014

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http://www.general-anzeiger-bonn.de/region/rhein-sieg-kreis/siegburg/Die-Sprache-ist-der-Schluessel-article1385639.html#plx706515667

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